Geschichte der Mühle

Die Geschichte der Sandhorster Mühle

Baumeister war der Mühlenbauer Mönk aus Großefehn; eine detaillierte Rechnung über die Gesamtsumme von 15.475,74 Mark ist noch vorhanden. Es handelte sich bei der Sandhor­ster Mühle um einen mit Pappe eingedeckten zweistöckigen Galerie-Hollän­der mit Windrose und Jalousieflügeln. Die Mühle hatte zwei Mahlwerke, einen Schrotgang von 1,50 m und einen von 1,60 m Durchmesser. Der Müller und Bäcker Rei­ner Meenken nutzte die Mühle ausschließlich zum Schroten des Korns, für den eigenen Bäc­kerei-Betrieb im Hause und im

Die Sandhorster Mühle im Juli 1951

Die Sandhorster Mühle im Juli 1951

Lohnaufauftrag für die umliegen­den Landwirte. Im Jahre 1936 erfolgte der Anbau eines Schuppens, der als Getreidelager und für die Ge­treidereinigung diente; auch der sich langsam entwickelnde Landhandel nahm dort seinen Ursprung.

Im Jahre 1941 wurden eine neue Achse einge­baut und ein Flügel erneuert; 1957 folgte die Erneuerung des zweiten Flügels. Ende der 50er Jahre wurden noch eine Hammer­mühle und ein Mischer einge­baut. Um 1920 war die Mühle an Harm Meenken übergegangen, und im Jahre 1953, nach bestandener Prüfung zum Müllermeister, übernahm dann der heutige Besitzer Her­mann Meenken die Sandhor­ster Mühle. Der Orkan am 13. November 1972 brachte dann das vorübergehende Ende der windbetriebenen Mühle. Die Kappe samt Flügelkreuz wurde rückwärts vom Wind erfasst und vom Holzachtkant geweht. Um die Mühle danach noch unter Motorkraft betreiben zu können, wurde das Dach des Achtkants mit Holz und Dachpappe geschlossen. Im Jahre 1980 wurde die Bäckerei im Müllerhaus aufgegeben. Die Sandhorster Mühle mit Packhaus (1986) Die Anfänge der Restaurierung Nach dem verheerenden Sturmschaden vom 13. November 1972 wurden das reparierte Achtkant und der seitliche Anbau der Mühle für den von Hermann Meenken betriebenen Landhandel und als Lagerraum genutzt. Da die unteren Teile des gehenden Werkes, ein Mahlgang sowie das Holzachtkant noch relativ gut er­halten waren, wurde die Idee der Restaurierung der Sandhorster Mühle geboren. Es wurden daraufhin Gespräche zwischen dem Besitzer Hermann Meenken und den drei Initiatoren Hinrich Wen­deling, Bernhard Pflüger und Sibo Janssen, über eine Restaurie­rungsmaßnahme geführt. Hermann Meenken war daraufhin bereit, die Mühle einem noch zu gründenden ge­meinnützigen Verein zur Ver­fügung zu stellen. Sie bliebe je­doch sein Eigentum. Nach Aufnahme in das Sandhorster Dorf­erneuerungsprogramm wurde die Mühle als wichtiges Bauwerk für die Be­völkerung sowie als Bauwerk mit regionalem Symbolwert von der ostfriesischen Landschaft und Kultur als erhaltens- und in restaurierter Form schüt­zenswert eingestuft. Somit bestanden gute Chancen, dass aus den bereitgestellten Mitteln zur Sanierung von Mühlen (seit 1976 allein 1,9 Mio. Mark für den Bereich Weser-Ems) auch eine Förderung der Sandhorster Mühle zu erwarten war. Um einen Eindruck des Interesses der Sandhorster Bevölkerung an einer Mühlenrestauration zu gewinnen, wurde am Montag, den 21. April 1986, um 20 Uhr im Sandhorster Krug eine Versammlung für interessier­te Bürger einberufen. An diesem Abend wurde von Heiko Baron von Swieykowski­ Trzaska, er ist Besitzer der Mühle in Felde, ein Referat über Mühlenrestaurierungen gehalten und Fragen der Gäste beantwortet. Ergebnis der Informationsveranstaltung war der einhellige Wunsch die Restaurierung der Sandhorster Mühle in Angriff zu nehmen.

Die Gründung des Mühlenverein Sandhorst

Am 5. Mai 1986 um 20.00 Uhr trafen sich 20 Einwohner im Sandhorster Krug zur Gründungsversammlung des Vereins zur Erhaltung der Sandhorster Mühle.

Gründungsmitglieder waren:

Gerhard Bödeker
Wilhelm Fellensiek
Hnrich Götz
Sibo Janssen
Günter Junitz
Ingo Knaak
Grete Kruse
Johannes Meenken
Hermann Meenken
Wolfgang Ontijd
Jakob Otten
Bernhard Pflüger
Gerhard Poppen
Martin Reents
Karl Reuß
Inge Saueressig
Helga Schaefer
Klaus Schaefer
Erika Schürmann
Hinrich Wendeling jun.
Auf der Gründungsversammlung wurde u.a. folgendes erörtert: · Der Name des Vereins ist Mühlenverein Sandhorst · Um in den Genuss von öffentlichen Fördermitteln zu kommen, soll die Einrichtung des Mühlenvereins als eingetragener Verein mit dem Status der Gemeinnützigkeit beim Amtsgericht beantragt werden. · Der Mühlenverein beabsichtigt, die Mühle mit öffentlichen Mitteln und durch Eigenleistung wieder zu restaurieren und in ihren früheren Stand zu versetzen. Dazu soll die Möglichkeit der Einrichtung eines Erbbauvertrags zwischen dem Mühlenverein und dem Besitzer über einen Zeitraum von 50 Jahren geprüft werden. · Ferner wurde beschlossen, dass ein erster Entwurf einer Vereinssatzung erstellt wird, um diesen auf der 1. Mitgliederversammlung am 23. Juni 1986 zur Abstimmung zu stellen.

Vorstand des Mühlenvereins Sandhorst e. v. am 23.6.1986

Hinrich Wendeling 1. Vorsitzender
Hinrich Götz 2. Vorsitzender
Sibo Janssen 3. Vorsitzender
Klaus Schaefer Schriftführer
Inge Saueressig Kassiererin
Bernhard Pflüger Fördermaßnahmen

Ein erster Schritt um eine Förderung durch die öffentliche Hand zu erreichen, war der Besuch des Niedersächsischen Ministers für Wissenschaftund Kunst, Dr. Johann Tönjes Cas­sens, am Montag, den 2. Juni 1986 in der Sandhorster Mühle.Zusammen mit dem CDU-Landtagskandidaten Wolfgang Ontijd und Vertretern des Vereins zur Erhaltung der Sand­horster Mühle erörterte das Ka­binettsmitglied die Möglichkeit, öffentliche Gelder für die Sanierung dieses im Grenzbe­reich zwischen Sandhorst und Plaggenburg stehenden Gebäu­des zur Verfügung zu stellen. Das Innenleben der 1908 gebauten Galerieholländermühle mit Durchfahrt war im großen und ganzen noch gut erhalten. Dringend erforderlich war jedoch eine Sicherung des Daches und des Mauerwerks. Nach Aussagen von Experten kostet die gesamte Sanierung der Mühle und des angrenzenden Lagerhauses etwa 250.000 bis 300.000 Mark. Der im Mai 1986 gegründete Mühlenverein wollte zunächst in der Hoffnung auf Fördermittel und mit sehr viel Eigenleistung Dach und Mauerwerk vor einer weiteren Schädigung bewahren. Die Kosten für diese Maßnahme wurden auf 15.000 Mark geschätzt. In der weiteren Planung stand der Bau einer Galerie auf dem Programm, und den Abschluss sollten Kappe und Flügel bilden. Wie Vertreter des Mühlenvereins erläuterten, sollte dieses Anwesen den Planungen entsprechend für kulturelle Zwecke und zugunsten des Fremdenverkehrs genutzt werden. ,,In unmittelbarer Nähe der Mühle verläuft der Ostfriesland-Wanderweg, und in diesem Bereich befindet sich auch der Ostfriesland-Äquator, der von vielen Gästen aufgesucht wird. Insofern könnte in diesem Zusammenhang die Mühle zu einem weiteren Anziehungspunkt werden. Sie sollte allerdings nicht als Museum ausgestattet und damit eine Konkurrenz zur Stiftsmühle in Aurich werden“, schilderte Vereinsvorsitzender Hinrich Wendeling. Minister Dr. Cassens sicherte zu, sich dafür einzusetzen, dass für die Sanierung der Sandhorster Mühle Mittel der Heimatpflege bereitgestellt werden. Zudem soll versucht werden, Gelder aus dem Regionalprogramm zur Förderung der kulturellen Infrastruktur Ostfrieslands zu bekommen. Der Verein wurde gebeten, sich in dieser Sache mit der Ostfriesischen Landschaft in Verbindung zu setzen. Die Entscheidungen der folgenden Wochen, die durch den neugewählten Vorstand, vertreten durch die Personen:

Hinrich Wendeling 1. Vorsitzender
Hinrich Götz 2. Vorsitzender
Sibo Janssen 3. Vorsitzender
Klaus Schaefer Schriftführer
Inge Saueressig Kassiererin
Bernhard Pflüger Bauführer

in Angriff genommen wurden, waren u.a. die Anträge auf Gewährung von Landesmitteln aus dem Bereich Denkmalspflege, sowie die Beantragung von Fördermitteln bei verschiedenen kommunalen und privaten Stellen, die Aufstellung eines Kostenplans für die auszuführenden Arbeiten und die Erstellung eines Ablaufplans der Restaurierungsarbeiten. Auf Vereinsebene sind die Eintragung in das Vereinsregister am Amtsgericht der Stadt Aurich und damit der Status der Gemeinnützigkeit als eingetragener Verein (e.V.) am 12. November 1986 sowie die Unterzeichnung des notariell beglaubigten Erbbauvertrags über einen Zeitraum von 50 Jahren zwischen dem Mühlenverein Sandhorst e.V. und dem Eigentümer der Sandhorster Mühle, dem Müller- und Bäckermeister Hermann Meenken, am 22. November 1986 zu nennen. Der Verein wurde damit Nutzer des 1300 m² großen Mühlengrundstücks und bekam für die Zufahrt zur B210 ein Überwegungsrecht eingetragen